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Home » Multimodale Metaphorik



Einführung in "Multimodale Metaphorik"


Wenn wir uns in alltäglichen Gesprächen etwas erzählen, berichten oder jemand anderen überzeugen wollen, dann sind es selten rein abstrakte Informationen, die wir mit unseren Worten vermitteln. Vielmehr ist unser ganzer Körper in einer Gesprächssituation beteiligt: Stimmliche Klänge, Gesichtsausdrücke und Gesten zeigen auch Gefühle, Gedanken, Meinungen und Aktionen auf.

Diesem Prinzip der Verkörperung begegnen wir auch bei audiovisuellen Medien: Die Wort-Sprache ist bei Nachrichten, Spielfilmen und Serien etc. ebenfalls nicht die einzige Ebene, auf der eine Kommunikation mit den Zuschauern stattfindet; zugleich und ebensosehr artikulieren sich Stimmungen und Bedeutungen über das multimodale Zusammenwirken filmischer Mittel wie Kameraführung, Mise en Scène, Bildkomposition, Schauspiel, Sound und Montage - als sinnliche Qualitäten und Bewegungsmuster.

Doch wie genau hängen sowohl in der Face-to-Face-Kommunikation als auch in medialen Kommunikationssituationen die Prozesse von Wahrnehmen, Fühlen und Verstehen zusammen?

Wie interagieren in einem Nachrichtenbeitrag etwa Worte und Bilder multimodal, und wie lässt sich durch dieses Verhältnis z.B. die Lenkung von Aufmerksamkeit beschreiben?

 
Diese Fragen lassen sich gut an sprachbildlichen Phänomenen untersuchen, gelten doch Metaphern in beispielhafter Weise als eine Bündelung von Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit. Metaphern bringen eine Bildlichkeit hervor, durch die etwa ein abstrakter Sachverhalt konkret und sinnlich anschaulich wird.

Das gedankliche Verstehen und das körperliche Erfahren werden über Metaphern stark in eins gesetzt.


Wie sich der Zusammenhang von Empfinden und Verstehen in unserer Kommunikation konkret ereignet und ausgestaltet, erforschen wir deshalb anhand von multimodaler Metaphorik - also anhand von metaphorischen Prozessen, in denen verschiedene Ausdrucksebenen zusammenwirken.

Publikationen

Kappelhoff, H., Bakels, J.-H. (2011, Im Druck): Das Zuschauergefühl - Möglichkeiten empirisch orientierter Filmanalyse. Zeitschrift für Medienwissenschaft Nr. 5 (2/2011).

Kappelhoff, H., Müller, C. (2011, Im Druck). Embodied meaning construction. Multimodal metaphor and expressive movement in speech, gesture, and in feature film. Metaphor and the Social World (2).

Müller, C. (2011, Im Druck). Reaction Paper. Are ‘Deliberate’ Metaphors really Deliberate. A Question of Human Consciousness and Action. Metaphor and the Social World (1).

Müller, C., Tag, S. (2010, Im Druck). The Dynamics of Metaphor. Foregrounding and Activating Metaphoricity in Conversational Interaction. Cognitive Semiotics (Special Issue No 6, Spring 2010).

Vorträge (Auswahl)

Greifenstein, S., Rook, S., Kappelhoff, H., Müller, C., Schmitt, C., Tag, S. (2010). Multimodal metaphors and expressive movement in film. Audiovisual aesthetic structures modelling emotions. 4th Conference of Language, Culture and Mind (LCM4). Åbo Akademi University, Turku (Finland).

Kappelhoff, H., Müller, C. (2010). Multimodal metaphors and expressive movements in speech, gesture, and audiovisual images – A cognitive-linguistic and a film-analytic approach to multimodal metaphors. 8th International Conference on Research and Applying Metaphor (RaAM8): Metaphor and Domains of Discourse. Vrije Universiteit Amsterdam (Netherlands).

Schmitt, C., Tag, S., Kappelhoff, H., Müller, C., Greifenstein, S., Rook, S. (2010). Audiovisual orchestrations of metaphoric gestures in a TV report. 4th conference of the international society for gesture studies (ISGS'10) - gesture. evolution, brain, and linguistic structures. Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder (Germany).

Workshops

"Ausdrucksbewegung und Verkörperung" (21.-22. Mai 2010, FU Berlin)

"Dynamic Metaphor Analysis" (19. Oktober 2010, FU Berlin)

"Cognitive-linguistic Film Analysis - Multimodal Metaphor and Blending" (17.-18. November 2010, FU Berlin)

 

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Stand 20.06.2011

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