Projektziele

Das Projekt Multimodale Metaphorik und Ausdrucksbewegung untersucht, wie in alltäglichen und medialen Interaktionsprozessen Wahrnehmen, Empfinden und Verstehen zusammenspielen und wie sich diese Vorgänge beschreiben lassen.

Um diesen grundlegenden Dimensionen nachzugehen, verbinden wir den linguistischen Ansatz zu multimodaler Metaphorik (Müller) mit dem filmanalytischen Konzept der Ausdrucksbewegung (Kappelhoff). Eine gemeinsame Perspektive auf die Phänomene Multimodale Metapher und Audiovisuelle Ausdrucksbewegung stellt sich dadurch her, dass zum einen beide in Bezug auf ihre Prozessualität, ihre Entwicklung in der Zeit hin konzeptualisiert werden, und zum anderen dadurch, dass in beiden Modellen Verkörperung eine entscheidende Rolle spielen:

  • In den metapherntheoretischen Modellen der kognitiven Linguistik stehen Prozesse der Verkörperung und Kognition im Mittelpunkt, wenn Metaphern in der Alltagkommunikation untersucht werden. Interaktionspartner verständigen sich aber nicht nur sprachlich, sondern auch mit Hilfe von Gesten - also multimodal über ein Zusammenwirken von sprachlichem und gestischem Ausdruck. Für die angewandte Sprachforschung ist es der kognitive Prozess selbst, der sich über diese Multimodalität erschließen und rekonstruieren lässt.
  • In affekttheoretischen Modellen aus der Film- und Medienwissenschaft steht der Zusammenhang von Gefühlsbewegung und audiovisueller Bewegung im Vordergrund. Filmische Bilder werden in einer solchen Perspektive als komponierte Bewegungsbilder gefasst, durch die sich für den Zuschauer im Verlauf eines Films so etwas wie ein Parcours von Empfindungen, Stimmungen und Atmosphären entfaltet - der Zuschauer durchläuft diesen Parcours, indem er ihn wahrnimmt und diesen Prozess am eigenen Körper spürt. Über das Konzept der audiovisuellen Ausdrucksbewegung lassen sich also die Evozierung und Lenkung von Zuschauergefühlen in filmischen Bildern fassen.

Diese beiden Ansätze und die mit ihnen verbundenen analytischen Methoden haben wir in dem Forschungsprojekt Multimodale Metaphorik und Ausdrucksbewegung zusammengebracht. Durch intensive interdisziplinäre Verständigung anhand einer Reihe von Fallstudien ist das gemeinsame theoretische Modell der affektiv grundierten verkörperten Bedeutungsemergenz entstanden: Wir gehen davon aus, dass das, was Film- und Fernsehzuschauer und Gesprächspartner als Bedeutung verstehen, vor allem in sinnlicher Wahrnehmung und affektiven Prozessen der Verkörperung begründet ist und aus diesen hervorgeht.

Ein weiteres Ziel, das wir verfolgen, ist es, neue Methoden zur Analyse von Metaphern und Ausdrucksbewegungen zu entwickeln - Methoden, die es uns ermöglichen, durch standardisierte Beschreibungsverfahren und Darstellungsformen die Verflechtung affektiver und kognitiver Prozesse in einer vergleichenden Perspektive für folgende Phänomenbereiche empirisch zu rekonstruieren:

Face-to-Face-Kommunikation

audiovisuelle Formate

Narration
Argumentation

achrichten
TV-Serien
deutsche Spielfilme
klassisches Hollywoodkino (Hitchcock, Film Noir)

→ Projektseite

 

 

 

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