Ausdrucksbewegungseinheit 1

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Movie: Bataan*
Szene: Nahkampf*
Ordnungsnummer: 01
Einzelanalyse: Bataan*
Timecode von: 01:25:29:20
Timecode bis: 01:28:22:21
Entstehungsjahr: 1943

Dieser Abschnitt produziert das Thema ängstlicher Erwartung durch die Verbindung zweier Räume und die Antizipation ihres Aufeinanderprallens. Die Erwartung generiert sich dabei aus dem Zusammenspiel von Musik und dem Montagerhythmus der zwei Räume, die photographisch, in ihren Einstellungsgrößen und -variationen sowie den Bewegungsweisen und Kontraktionen im Bild unterschiedlich gestaltet sind.

Der akustische Horror, mit flirrender Fata-Morgana-Klangfläche und Mitternachtsglocken, geht eine synästhetische Einheit mit den festen Totalen des Urwalds ein, deren Hintergrund eine gestaltlose Fläche von hell-dunkel-Flecken ist. In den Wiederholungen zeigt sich die Herauslösung von Gestalten aus dem Hintergrund und eine Bewegung auf den Vordergrund hin - betont durch das markierte, gleichzeitige Anhalten kurz vor Ende der dritten Einstellung auf den Urwald. Die sich steigernde Distinktheit manifestiert sich hauptsächlich in den Gegenschüssen auf Sailor und dessen Reaktionen, das Innehalten, die fragende Art in der er den Kopf schräg hält – welche jeweils durch Glockenklänge untermalt werden.

Nach der deutlichen Wahrnehmbarkeit der Japaner im Urwald entsteht bei der Gruppe der Amerikaner ein anderer Raum: Die Figuren sammeln sich, eine Linie bildend in schutzsuchender Enge Körper an Körper, die untere Bildhälfte wird von dunklen Sandsäcken eingenommen und jede Erstreckung nach oben vermieden. Auf die flächige Tiefenkontraktion der näher kommenden Feinde antwortet die linien- bis punktförmige Kontraktion der Truppe und beide gestalten nun in ihrer Alternierung die Erwartung eines Zusammenstoßes, untermalt von einer leichten Veränderung der Musik.

Im Folgenden erscheinen die Soldaten getrennt in Großaufnahmen ohne räumliche Tiefe, der Hintergrund und die Gewehrläufe sind verschwommen. Sie stehen so in ihrer Weichheit im Gegensatz zu der harten Schärfentiefe des Waldes – was einerseits die Entgegensetzung von Sichtbarkeit und Verborgenheit und andererseits eine Übertragung und Isomorphie ihrer mimischen Bewegungen mit der Bewegung im Urwald generiert.

Die Verkürzung der Abstände, in denen die Totale auf den Wald erfolgt, verstärkt den Aspekt eines Näherkommens, während die gleichbleibende Dauer dieser Einstellungen eine unheimliche Gleichmäßigkeit und Ruhe hervorbringt. Dies steht im Kontrast zu der beschleunigten Frequenz der Großaufnahmen auf die Gruppenmitglieder, deren Mimiken und Gesten einen spezifischen Rhythmus bilden und so eine Erwartung des Zusammenpralls dieser gegensätzlichen Räume gestalten. Die Großaufnahmen sind dabei ungleich verteilt, so dass jede Regung der einzelnen Mitglieder auf die Figur des Sergeant bezogen wird, durch einen Gegenschuss oder seine Befehle über ihren Gesichtern mit ihm und seinem Kommando verknüpft wird. Die Retardierung durch den Befehl, die zeitliche Dehnung als unerträgliche Fremdbestimmtheit des Einzelnen, steigert die mimische Erwartung des Zusammenpralls in eine ansteigende Angst vor der Bewegung in den Urwaldeinstellungen. Angst und Erwartung erreichen ihren End- und Höhepunkt, indem mit der Ankündigung des Sergeant, "Alright, on the count...", die Musik stoppt und zu seinem Countdown eine radikale Stille eintritt.

Im Folgenden erscheinen die Soldaten getrennt in Großaufnahmen ohne räumliche Tiefe, der Hintergrund und die Gewehrläufe sind verschwommen. Sie stehen so in ihrer Weichheit im Gegensatz zu der harten Schärfentiefe des Waldes – was einerseits die Entgegensetzung von Sichtbarkeit und Verborgenheit und andererseits eine Übertragung und Isomorphie ihrer mimischen Bewegungen mit der Bewegung im Urwald generiert.

Die Verkürzung der Abstände, in denen die Totale auf den Wald erfolgt, verstärkt den Aspekt eines Näherkommens, während die gleichbleibende Dauer dieser Einstellungen eine unheimliche Gleichmäßigkeit und Ruhe hervorbringt. Dies steht im Kontrast zu der beschleunigten Frequenz der Großaufnahmen auf die Gruppenmitglieder, deren Mimiken und Gesten einen spezifischen Rhythmus bilden und so eine Erwartung des Zusammenpralls dieser gegensätzlichen Räume gestalten. Die Großaufnahmen sind dabei ungleich verteilt, so dass jede Regung der einzelnen Mitglieder auf die Figur des Sergeant bezogen wird, durch einen Gegenschuss oder seine Befehle über ihren Gesichtern mit ihm und seinem Kommando verknüpft wird. Die Retardierung durch den Befehl, die zeitliche Dehnung als unerträgliche Fremdbestimmtheit des Einzelnen, steigert die mimische Erwartung des Zusammenpralls in eine ansteigende Angst vor der Bewegung in den Urwaldeinstellungen. Angst und Erwartung erreichen ihren End- und Höhepunkt, indem mit der Ankündigung des Sergeant, "Alright, on the count...", die Musik stoppt und zu seinem Countdown eine radikale Stille eintritt.

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