Ausdrucksbewegungseinheit 2

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Movie: Bataan*
Szene: Nahkampf*
Ordnungsnummer: 02
Einzelanalyse: Bataan*
Timecode von: 01:28:22:21
Timecode bis: 01:29:45:18
Entstehungsjahr: 1943

Nachdem der erste Abschnitt der Szene die zwei Räume definierte, zeigt dieser mit der ersten Einstellung, in der erstmals beide Räume in einem Bild erscheinen, einen klar gezogenen Frontverlauf. Er entwickelt dann das Motiv einer ekstatischen Erregung im MG-Feuer hin zu einer triumphalen Überwältigung in der Distanzwirkung des Granatenwurfs. Im Zuge dessen wird der Frontverlauf zunehmend beweglich und steuert auf die Verschmelzung der beiden Räume zu. Der Schritt von der Erregung zur Distanz zeigt sich in der Verlagerung der dominanten Rolle vom Montagerhythmus audiovisueller Überwältigung auf die Figurenchoreographie und die sich einstellenden Aktions-Reaktions-Ketten.

Die erste Einstellung zeigt beide Räume – die Amerikaner im unteren, den Urwald im oberen Teil des Bildes – und trennt sie horizontal durch die Linie der Sandsäcke. Mit dem Kommando "Okay" entstehen eine dichte Klangfläche von Gewehrsalven und entdifferenzierenden Rauchschwaden, welche die Linie verwischen und so eine Fusion der Räume vorbereiten. Die folgenden Großaufnahmen direkt "in die Kamera hinein" schießender Soldaten sind einerseits bloßes Rhythmisierungselement zwischen den intensiven Lichtblitzen. Andererseits zeigen sich in den verschiedenen mimischen Ausdrücken der einzelnen Figuren, in denen nun nicht die Angst und Erwartung des Horrorwaldes sondern das Knallen und Blitzen des Kampfes widerhallt unterschiedliche Ausprägungen der Erfahrung dieser überwältigenden Wahrnehmungsfiguration: ängstlich versteckt, wütend, ernst und verbissen, genießerisch grinsend. Es herrscht dabei eine klare Trennung zwischen dem Raum einer überwältigenden Gewalt audiovisueller Entgrenzung – Schüsse und Blitze – und dem Raum der entdifferenzierenden Auswirkung dieser Gewalt im Gegenschuss auf den Urwald.

Die räumliche Trennung frontal aufeinanderprallender Räume bleibt dann vorerst beibehalten – im Kontrast der japanischen Bewegungen aus natürlicher Deckung heraus und der stationär bleibenden Gruppe – während sich die Formen der Interaktion zunehmenden differenzieren: Die Reihe von Variationen des Granatenwerfens entwickelt sich in 5 annähernd gleich langen Blöcken vom Chaos der gleichzeitigen Explosionen zu zunehmend klaren Formen sicht- und hörbarer Ketten von Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion. (1. Block: gleichzeitige, konzertierte Wurfaktion der Gruppe und chaotische Wirkung, 2.Block: einzelne Würfe in Nahaufnahme und verbundene einzelne Explosionen in Halbtotale, 3.Block: MG-Salve, werfender Feind und zurückwerfender Sergeant, 4. + 5. Block: jeweils kurze Einstellungen auf feindliche Aktion und schnelle Reaktion des Sergeants und anschließend lange Einstellung auf die Wirkung der Reaktion).

Die Differenzierung einzelner Interaktionen zwischen den zwei Räumen und die Auflösung der klaren Front zwischen ihnen bezeichnen die Annäherung an einen anderen Raum, dem Ergebnis der Fusion dieser beiden. Die letzte Stufe vor der Vereinigung im folgenden Teil wird mit einer Unterbrechung und Pause begleitet, indem der letzte Granatenblock den Nachhall betont, lange auf den aus dem Nebel fallenden Japaner in zerfetzten Kleidern gehalten wird und ein Moment der Stille eintritt. In diesen wiederum brechen drei kurze Einstellungen – heranstürmender Feind, MG-Großaufnahme und getroffener Feind – ein, die diesen Komplex abschließen.

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