Befreiung*

Kategoriale Zuordnung

  • Heimat, Frau, Zuhause
  • Leiden / Opfer
  • Gemeinschaftsgefühl als eine medial geteilte Erinnerung an geteiltes Leid

 

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Movie: The Battle of San Pietro (Combat Report)
Ordnungsnummer: 09
Einzelanalyse: The Battle of San Pietro (Combat Report)
Timecode von: 00:30:16:04
Timecode bis: 00:37:49:08
Entstehungsjahr: 1945

Der szenische Komplex schließt an Szene 9, „Eine kostspielige Schlacht“, an und beendet den Film. Stehen in der vorangegangenen Szene die schweren Verluste auf Seiten von US-Infanteristen im Mittelpunkt der Erzählung, ist es in der beschriebenen Szene nun die befreite Zivilbevölkerung des strategisch wichtigen Dorfes San Pietro, auf die der Focus der Inszenierung gerichtet wird.

Der Komplex mit einer Länge von etwas mehr als 7 1/2 Minuten ist gegliedert in sechs Abschnitte, in denen sich ein abstraktes Muster herstellt, bestehend aus einer Kontraktionsbewegung in der ersten Hälfte des Komplexes (ABE 1-4) und einer langsamen Ausdehnung (ABE 5-6). Dieses Muster entfaltet sich in einem kompositorischen Zusammenspiel der drei Ebenen „Akustik / Sound Design“, „Bildkomposition“, sowie „Gestik und Mimik“. In der Summe der strukturierenden Abschnitte bildet der szenische Komplex auf affektiver Ebene das Bild eines Mitgefühls aus.

Als wesentliches strukturierendes Element fungiert der Einsatz von Chormusik und die Stimme des Off-Sprechers, welche die verschiedenen Stationen der heimkehrenden Zivilbevölkerung rahmt und begleitet. Diese Stationen lassen sich auf inhaltsanalytischer Ebene qualifizieren als: Rückkehr in das Dorf (>ABE 1), Trauer über die Toten (>ABE 2), Wiederaufbau (>ABE 3), Alltag (>ABE 4), Freude der/über Kinder (>ABE 5) und Aufbruch in die Utopie eines Neubeginns (>ABE 6). Die Stationen werden analog über das kompositorische Muster des Zusammenspiels der drei genannten Gestaltungsebenen gegliedert. Nach einer sukzessiven kontinuierlichen Verdichtung in den ersten drei Abschnitten folgt mit den letzten beiden Abschnitten das Momentum einer langsamen Ausdehnung. Dieser Wechsel geht analog mit dem Narrativ der heimkehrenden Bevölkerung (Rückkehr, Trauer, Wiederaufbau, Alltag ABE 1-4) und der abstrakten Dimension des Sinns der Kriegshandlung: Befreiung der Kinder von deren Leid, sowie die Möglichkeit einer neuen Utopie (ABE 5-6).

Im ersten Abschnitt wird das Muster einer sich zusammenziehenden Bewegung hergestellt mit Hilfe der Bildkomposition in deren Anordnung sich vereinzelt Figuren vor einem unstrukturiert in Szene gesetzten Bildmittel- und -Hintergrund allmählich auf einen Punkt hin konzentrieren. Im Zusammenspiel mit der herausgestellten Gestik und Mimik der Dorfbewohner und einer hoffnungsvollen Musik realisiert sich ein Bild einer hoffnungsvollen Erwartung (>ABE 1).

Din Dominantenwechsel läutet den Folgeabschnitt ein. In der Kombination von „Gestik und Mimik“ und Gruppenbildungen auf der Ebene der „Figurenkonstellation“ setzt eine weitere Verdichtung ein. Darin stellt sich im kompositorischen Zusammenspiel mit der Ebene der „Akustik“ ein Bild der Trauer ein, in dem nun Moll-Akkorde dominieren (>ABE 2).

Mittels vektorisierter Bewegungen auf Ebene der Bildkomposition, begleitet von der Bewegung der Figuren, sowie von deren Gestik, wird der Wiederaufbau des Dorfes in Szene gesetzt. Parallel zu der inszenatorischen Verdichtung von Elementen innerhalb der Ruinenlandschaft stellt sich auf akustischer Ebene eine Wiederholungsstruktur ein. In dieser audiovisuellen Figur realisiert sich das Bild eines Durchhaltens (>ABE 3).

In dem folgenden Abschnitt stellt sich ein Bild der Entspannung her. Auf Ebene der „Gestik und Mimik“, sowie der „Bildkomposition“ greifen die betont langsamen Bewegungen in der engen Bildstaffelung mit einem munteren Musikstück auf Ebene der „Akustik / sound design“ ineinander (>ABE 4). Dem Momentum der größten räumlichen Verdichtung, in der langsame Bewegungen dominieren, folgt im Folgeabschnitt das Momentum einer kontinuierlichen Ausdehnung.

Dieser Wechsel in der Figuration stellt sich ein, in einer Aneinanderreihung von Kindergruppierungen. In der langsamen Entfaltung der auf die „Gestik und Mimik“ der Kinder betonten Inszenierung, realisiert sich zusammen mit der zwischen Kinderlied und andächtiger Chormusik changierenden Filmmusik, dem Off-Kommentar, sowie der immer neuen Anordnung von Kindergruppen auf Ebene der „Figurenkonstellation“ ein Bild der Anteilnahme (>ABE 5).

In der Komposition einer zuerst räumlichen Ausdehnung auf Ebene der Bildkomposition, dann einer akustischen Expansion des musikalischen Volumens, entfaltet sich schließlich ein Bild des Aufbruchs. Den weiten Einstellungen der Beackerung des Landes folgt eine Prozession in der die begleitende Musik anschwillt und in in einem Forte des Chors kulminiert (>ABE 6). DG

Ausdrucksbewegungseinheiten (ABE)

01 02 03 04 05 06 

Materialen zur Szene

    Position der Szene im Film

    09_position_the_battle_of_san_pietro_interact

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