Ausdrucksbewegungseinheit 1

Für eine optimale Darstellung dieser Seite aktivieren Sie bitte JavaScript.

Movie: Sands of Iwo Jima*
Szene: Invading Tarawa*
Ordnungsnummer: 01
Einzelanalyse: Sands of Iwo Jima*
Timecode von: 00:36:20:20
Timecode bis: 00:39:22:06
Entstehungsjahr: 1949

Zu Beginn eine Kamerafahrt, die Kamera bewegt sich von links nach rechts in halbnaher Einstellung über die Gesichter der an der Schiffsrehling aufgereihten Marines, dazu sind Geräusche von Flugzeugmotoren und Kanonenschlägen zu hören. Die Marines schauen mit dem Gesicht zur Kamera an dieser vorbei ins Off, die Szenerie wird immer wieder von Lichtblitzen schlagartig erhellt.

Die musikalische Untermalung setzt parallel, unmittelbar mit Beginn der Kamerafahrt ein: zunächst mit einer variierten Form des Marine Themes, das in dieser tiefen Streichervariante seinen emphatischen Ausdruck gegen einen Anspannung und Gefahr signalisierenden eintauscht. Nach einer Wiederholung jenes variierten Marine Themes wird die Kamerafahrt unterbrochen, die Kamera verharrt auf den Gesichtern Conways und eines Kameraden, die Musik wechselt zum Leitmotiv Conways und seiner Frau. Als Conway in den Bildhintergrund abtritt, nimmt die Kamera ihre Fahrt wieder auf, das Marine Theme ertönt in seiner ursprünglichen, emphatischen Fassung – und Stryker rückt ins Bild. Mit einer väterlichen Geste weist er den Marine neben sich darauf hin, den Riemen seines Helmes zu lockern.

Während die Kamerafahrt den Kontrast der physisch unbewegten Truppe und einem über die Kamerabewegung und die Musik gewobenen ästhetischem Ausdruck innerer Bewegtheit akzentuiert, fungiert die Musik in der Folge als ein affektiver Gradmesser, der dem Übersetzen der inneren Bewegtheit der Truppe beim Anblick des Schlachtfeldes in die physische Bewegung des Stürmens jenes Schlachtfeldes eine perzeptive Kontinuität verleiht: Mit dem Ende der Kamerafahrt wechselt die Musik vom Marine Theme zu einer Folge von in der Tonhöhe kontinuierlich ansteigenden Melodiefragmenten. Es folgt der Wechsel in die Totale, ein Vorgesetzter im Bildhintergrund gibt das Signal zum Stürmen, indem er eine Reihe von Namen verliest. Die Musik wechselt in ein ekstatisches Triller-Motiv, die Marines springen der Reihe nach über die die Bildmitte horizontal durchziehende Rehling. Mit dem abermaligen musikalischen Wechsel zum Marine Theme einher geht der Wechsel zu einer dokumentarischen Aufnahme, die aus der Vogelperspektive das zügige Besetzen der Landungsbote durch eine Reihe von Marines zeigt. Die parallel montierten dokumentarischen Aufnahmen von Kanonenboot-Schüssen scheinen die Sturmbewegung der Marines aufzugreifen, die Musik erreicht in der Überlagerung von Triller-Motiven und dem Marine Theme ihren Höhepunkt – und setzt mit einem finalen Bläsercrescendo aus.

Eine Montage dreier dokumentarischer Luftangriffs-Aufnahmen trägt die Sturm-Bewegung zum Schlachtfeld weiter: Auf die dokumentarische Aufnahme eines durch die Abwurfklappe gefilmten Bombenabwurfs folgt eine Set-Aufnahme, die den Einschlag eben jener Bomben am Strand von Tarawa suggeriert und eine Serie von Bombeneinschlägen einleitet.

Daran schließt die als stetige Bewegung von rechts nach links inszenierte Landung der Marines unmittelbar an: Zunächst mit einer dokumentarischen Totalen der Landungsboote, schließlich mit einer frontalen Halbtotalen der Marines um Regazzi. Die bis hierhin allein als drängende Bewegung inszenierte Stürmung der Insel wird durch deren Gespräch erstmals sprachlich kommentiert: Die von den Marines geäußerten Bedenken über die Schlagkraft des sie unterstützenden Kanonen- und Bombenarsenals verleiht der affektiven Intensität der gegengeschnittenen dokumentarischen Aufnahmen von feuernden Schiffskanonen einen semantischen Kontext: Die tösend losschlagenden Maschinen werden zugleich Teil eines größeren Ganzen, als auch Objekte der Angst um die körperliche Unversertheit der Marines. Jener semantische Komplex wird durch die folgende Montage dokumentarischer Aufnahmen von Landungsbooten, Fliegern und Bombeneinschlägen als audiovisuelle Bewegung fortgeführt – eine drängende Bewegung, die ihren Höhepunkt in den Set-Aufnahmen der ebenfalls von rechts nach links erfolgenden Erstürmung des Strands von Tarawa ihren Höhepunkt findet.

translation missing: de.icon_seitenanfang
request.remote_ip=23.21.4.239