Panzervision*

Kategoriale Zuordnung

  • Kampf und Natur
  • Kampf und Technologie
  • Gemeinschaftsgefühl als eine medial geteilte Erinnerung an geteiltes Leid

 

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Movie: Sands of Iwo Jima*
Ordnungsnummer: 27
Einzelanalyse: Sands of Iwo Jima*
Timecode von: 01:31:23:03
Timecode bis: 01:34:29:14
Entstehungsjahr: 1949

In dieser Szene wird das Verhältnis zwischen individuellen Körpern, Kriegstechnologie und der Materialität der Landschaft in ihren gegensätzlichen Formen durchgespielt. In der gesetzten Abfolge der Verhältnisse komponiert diese Szene einen Bogen von einer amorphen Schwerfälligkeit und einer, zwar krampfhaft still gestellten, aber dadurch als wahrnehmbare, potentielle Agilität, die sich in einer kanalisierten, gerichteten Aktivität vereinigt. Diese Aktivität löst sich dann von den Aktanten, wird in einer Steigerung der Intensität bei gleichzeitigem Verlust der Gerichtetheit, zum Bild einer überwältigenden Macht:

Nach einem quasi theatralen Auftritt des Panzers als ein schwerfälliger Blick, der sieht und zerstört ohne gesehen zu werden und zerstörbar zu sein (> ABE 1), wird die entgrenzende, steigernde Macht dieser unmenschlichen Maschine für das an sie steuernd angeschlossene Individuum inszeniert (> ABE 3). Das Ganze wird beobachtet von einem eng gedrängten Menschenknäuel, das sich an die Erde geschmiegt hat. Das Geschehen wird so ins Verhältnis gesetzt zur Verletzbarkeit der individuellen Körper, welche ihm mit Staunen und Erfurcht folgen (> ABE 2).

Die unmenschlichen Kräfte und die menschliche Perspektive erscheinen also vorerst als prinzipiell miteinander vereinbar.

Im Folgenden wird diese Entfesselung der Kräfte jedoch in ihrer Macht gezeigt. Als eine Macht, deren Vernähung mit dem Individuellen Narben hinterlässt, die nicht endgültig zu beherrschen ist und in der medialisierten Ausdrucksform einer Unmittelbarkeit der Erfahrung sämtliche Koordinaten individuellen Handelns übersteigt, diese zu zerstören droht. So wie die audiovisuelle Montage der Kräfte hier alltägliche Raumkoordinaten aus dem Bildraum wegradiert (> ABE 4).

Der Einzelne, derart aus dem Konfliktfeld als aktiv Handelnder ausgeschlossen, wird zum staunenden, passiv leidenden Nebendarsteller in einem nicht mehr mit Sinn zu füllenden Kampf zwischen den technologischen Zerstörungsmächten und einer „rauchenden, erbärmlichen“ Landschaft. Ein Kampf, der erst in der formalen und historischen Distanzierung wieder kohärente, beherrschbare Gestalt annehmen kann, um sich dann doch wieder in einer abstrakten, kinästhetischen Komposition aus Explosionen und Lichtfetzen in einem schwarzen, raumlosen Bild aufzulösen (> ABE 5).    MG 

Ausdrucksbewegungseinheiten (ABE)

01 02 03 04 05 

Materialen zur Szene

    Position der Szene im Film

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