Ausdrucksbewegungseinheit 2

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Movie: Sands of Iwo Jima*
Szene: Versöhnung*
Ordnungsnummer: 02
Einzelanalyse: Sands of Iwo Jima*
Timecode von: 01:34:47:10
Timecode bis: 01:35:54:16
Entstehungsjahr: 1949

Die Versöhnung und damit Etablierung einer gewissen Gleichberechtigung zwischen Conway und Stryker sowohl durch die biologische Vaterschaft Conways als auch sein zuvor verweigertes (> "Wie Vater und Sohn", > "Jeep-Szene") Traditionsbekenntnis durch die Namensgebung und vorbereitet durch die Lebensrettung am Ende der Landungssequenz (> "Die Landung - Iwo Jima", ABE 14 und ABE 15):

Conways ernster Gesichtsausdruck zu Beginn weicht schnell einem schüchternen, erleichterten Lächeln, als Stryker die aktuelle Lage als logische Konsequenz des Eintritts in den militärischen Körper benennt. Die Mimik beider wird durch die umgebende Dunkelheit und die Highlights in ihren Gesichtern extrem hervorgehoben und remodelliert.

Die Musik schmiegt sich der Versöhnungstendenz mimetisch an: Die vorerst melancholischen Streicher werden eine Nuance heller, als Conway erzählt, dass er seinen Sohn nach seinem, von Stryker verehrten, Vater benennen will. Der Wert dieser Information realisiert sich in der Tatsache, dass sie genau in den Umschnitt von der Detailaufnahme des Babyphotos auf die Großaufnahme Strykers fällt, dessen Lächeln angesichts des fröhlichen Kindes sofort von aufmerkend hochgezogenen Augenbrauen begleitet wird.

Der Gegenschuss auf Conway macht – durch seinen unsteten Blick und die Unterbrechung seines Satzes durch den erneuten Gegenschuss auf Stryker, der, ganz im Gegenteil, Conway fest fixiert – deutlich, dass die Gegenseitigkeit des Gewebes zwischen ihnen vorerst fragil scheint. Auch als Stryker die verbale Formel des Eingeständnisses übertriebener Unabhängigkeit liefert, sind die Augen Conways in ständiger Unruhe.

Ein Verständnis zwischen den beiden manifestiert sich erst in zwei Pausen: Zunächst nach "You were out of line. There's a difference", in der Stryker nun den Blick nach unten abwendet, den Kopf nach rechts und links wendend das Thema wechselt. Dann ein zweites Mal in der Pause vor "Everybody gets outta line once in a while", in der Stryker sich zurücklehnend den Helm über das Gesicht zieht und Conway sich so dreht, dass aus der over-shoulder-Einstellung eine Kombination aus einer Nahaufnahme Strykers und einer angeschnittenen Großaufnahme Conways im Profil wird. Dabei schmiegen sich beider Umrisse aneinander an und ein weiches Bläsersignal erklingt, wie eine ferne Variation der Marine-Hymne.

Nach Strykers Zugeständnis - "Everybody gets outta line once in a while" – erfolgt ein ruhiges, helles Streicher-Echo des Bläsersignals. Auch das Licht wird von dieser Bewegung erfasst, die letzten Einstellungen sind harmonischer, ein wenig heller, weniger kontrastreich ausgeleuchtet. Die Gleichberechtigung zwischen ihnen im Sinne einer durch die Versöhnung bedingten Emanzipation - Conway redet Stryker zuletzt mit "Gyrene", einem Spitznamen für Marines an - zeigt sich letztlich in der Kadrierung der letzten zwei Einstellungen, die (nach zuvor gleichförmiger Schuss-Gegenschuss-Inszenierung mit Over-shoulder-Einstellungen) zuerst den wachenden Conway alleine, ohne die Schulter der Vaterfigur, und dann sogar Conway deutlich erhöht, über dem liegenden Stryker sitzend, zeigen. translation missing: de.icon_seitenanfang
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