Sturm auf die Funkstation*

Kategoriale Zuordnung

  • Kampf und Natur
  • Kampf und Technologie
  • Leiden / Opfer

 

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Movie: Gung Ho!*
Ordnungsnummer: 15
Einzelanalyse: Gung Ho!*
Timecode von: 01:00:18:13
Timecode bis: 01:15:30:20
Entstehungsjahr: 1943

Die Szene und ist im dramaturgischen Verlauf des Films als Mittelstück einer drei Etappen umfassenden Kampagne angelegt. Sie folgte der ersten Etappe, der Erstürmung (> „Dschungelkampf und das MG-Nest“), bildet selbst die Etappe der Vernichtung des Feindes und leitet zur Zerstörung zurückgelassener feindlicher Einrichtungen und Abzug über (> „Aufbruch und Evakuation“).

Der szenischen Komposition liegt die Variation und Überblendung zweier Seiten eines Kampfeinsatzes als abstraktes Muster zugrunde: einerseits das Kampfgeschehen als unmittelbare Erfahrung des Individuums (small picture), andrerseits als taktische, nicht in der Erfahrung des Individuums greifbare, militärische Operation (big picture). In diesem Spannungsfeld realisiert sich vorrangig auf den Ebenen der Bildkomposition und der Akustik, sowie der Kamera ein Bild von: 1. Anspannung, 2. zuspitzende Anspannung, 3. entspanntes Beisammensein, 4. Kampflust, 5. Ekstase, 6. triumphale Vergemeinschaftung und 7. entsagendes Opfer.

Die Ausbildung von Figurationen dieser affektiven Dimensionen und – in einem Fall daran angeschlossen deren Negation – erfolgt in sieben distinkten Abschnitten, die sich entlang der Variationen bzw. Überblendung eines abstrakten Musters von small picture und big picture herstellen. In dem Verlauf dieser Variationen und Überblendungen realisiert sich das, einer individuellen Erfahrung des Kampfgeschehens zuwiderlaufende big picture (Feldherrenhügel-Perspektive), sukzessive als affektives Bewegungsempfinden:

> ABE 1: Gegenüberstellung von small- und big picture, sowie deren gegenseitige Spiegelung: Anspannung (1.) und deren Negierung

> ABE 2: der Kampfeinsatz (small picture) als vektorisierte Bewegungsfiguration und deren Eindämmung: zuspitzende Anspannung (2.)

> ABE 3: Figuration der abstrakten Kriegstaktik (big picture): Entspanntes Beisammensein (3.)

> ABE 4: der Kampfeinsatz (small picture) als Eindämmungsfiguration (vgl. ABE 2): Kampflust (4.)

> ABE 5: Variation der Kampfeinsatzes (small picture) als Dissoziierung des Raums: Ekstase (5., mit Übergang zu einem Trauerbild)

> ABE 6: Figuration der abstrakten Kriegstaktik (big picture), dann Überblendung von small picture und big picture: triumphale Vergemeinschaftung (6.)

> ABE 7: Gegenseitige Spiegelung von small- und big picture: Anspannung (1.) und entsagendes Opfer (7.)


Im ersten Abschnitt werden die unterschiedlichen Perspektiven auf einen Kampfeinsatz (small- und big picture) exemplarisch etabliert, indem sich zum einen das small picture als Bild einer Anspannung (1.) auf den Ebenen der Bildkomposition und der Kamera bzw. der Akustik realisiert. Zum anderen wird das big picture (das operative Ziel und eine taktischen Kriegslist) inszenatorisch an eine Spiegelanordnung einer Oben-Unten-Bezüglichkeit eingeführt. Die Medialisierung von Sprache im Rahmen der Funkkommunikation bildet einen zentralen Aspekt des abstrakten Musters eines übergreifenden Kriegsgeschehens. Schließlich generiert sich das Bild des big pictures in einer Lagebesprechung aus einer Kartendarstellung eines entindividualisierten Wahrnehmungsraums, der sich aus dem Zusammenspiel des rein semantischen Gehalts der Rede des Befehlshabers und der grafisch vermittelten Kriegstaktik ergibt und die affektive Dimension des Abschnitts (Anspannung) aussetzt (> ABE 1).

Dem folgt die Variation des Kampfeinsatzes (small picture) auf zwei Ebenen, der der feindlichen Soldaten und der der Marines. Diese Varianten realisieren sich durch die Kamera als vektorisierte Bewegung in den Raum (Japaner) und deren Eindämmung (Amerikaner; > ABE 2). Getragen wird dies von der Akustik, mittels der Kollision zweier Ausdrucksqualitäten der Musik, der Gegenüberstellung des qualitativen Unterschieds der Rede der jeweiligen Kriegspartei und laut tönenden Gewehrsalven. In dieser Inszenierung des Kampfgeschehens als Expansionsbewegung und deren Eindämmung (> ABE 2), bildet sich das Bild einer zuspitzenden Anspannung (2.) aus.

Das Muster einer abstrakten Kriegstaktik (big pictures, > ABE 3) generiert sich aus dem Zusammenspiel von die Bildkomposition und Kamera. Darin realisiert sich im Kontrast zu den vorangegangenen Abschnitten ein Bild des entspannten Beisammenseins (3.).

Der vierte Abschnitt (> ABE 4) greift das abstrakte Kompositionsmuster des Zweiten auf, jedoch realisiert sich auf Ebene der Akustik und der Kamera nun ein Bild von Kampflust (4.)

In der Variation des Kampfgeschehens, nun als Dissoziierung des Raums (> ABE 5), in dem sich Expansionsbewegungen nicht mehr verorten lassen generiert sich der Einsatz als unmittelbar sinnliche Erfahrung auf den Ebenen der Akustik, der Kamera und der Bildkomposition. Darin realisiert sich das Bild von Ekstase (5.).

Diese Figuration wird, parallel zu einer Verbildlichung der big-picture-Perspektive im Folgeabschnitt in das Bild einer triumphalen Vergemeinschaftung (6.) auf Ebene der Bildkomposition und der Akustik überführt (> ABE 6). Diesem Schritt affektiver Vergemeinschaftung schließt ABE 6 mit der Verschmelzung des big und des small-pictures als Realisierung der Kriegstaktik in Form eines Bildes euphorischer Begeisterung.

Im letzten Abschnitt wird das abstrakte Muster einer Kriegslist des big pictures, das in dem vorangegangenen Abschnitt etabliert wurde, auf Ebene der Bildkomposition und der Akustik im Rahmen eines Nahkampfes variiert. Darin realisiert sich nun ein Bild der Anspannung (1.), das überführt wird in eine Figuration des höheren Sinns des Sterbens (7.), weiterhin vermittelt durch das Zusammenspiel von Bildkomposition und Akustik (> ABE 7).    DG  

Ausdrucksbewegungseinheiten (ABE)

01 02 03 04 05 06 07 

Materialen zur Szene

    Position der Szene im Film

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